Klassenfahrten in Deutschland zu teuer?

Das Online-Portal “ Der Westen“ beschäftigte sich mit einem Problem, das bereits seit einigen Jahren bekannt ist und dessen Lösung vorerst aber weiterhin nicht in Sicht ist. Art und Umfang von Klassenfahrten nehmen in Deutschland immer größere Dimensionen an. Hierzu holte das Magazin verschiedene Eltern- und Lehrermeinungen im Westen Deutschlands ein.

Viele Eltern reagieren zumindest überrascht bis erschrocken, sobald bekannt wird, wohin die nächste Klassenfahrt ihrer Jüngsten gehen soll. Zwei- bis dreitägige Klassenfahrten in den Schwarzwald, das Erzgebirge oder in den Bayrischen Wald sind in der heutigen Zeit kaum noch üblich. Stattdessen geht es zumindest an die Nordsee, noch besser aber an die Adria oder zum Skifahren nach Südtirol. Die meisten Eltern stellen dabei nicht nur die pädagogische Sinnfrage, sondern sehen sich auch an die Grenze der finanziellen Machbarkeit gebracht.
Lehrer stellen dagegen fest, dass in Elternabenden, die sich mit der anstehenden Klassenfahrt beschäftigen, jedoch gerade die Eltern schweigen, die es schwer haben, ihren Kindern eine solche Klassenfahrt zu finanzieren. Zu groß sei die Scham, sich vor der versammelten Elternschaft “zu outen“ oder die Furcht, ihr Kind könne innerhalb der Klasse plötzlich als Außenseiter dastehen, so die Vermutung der Lehrer.
Einige Schuldirektoren verstehen die Bedenken der Eltern und räumen auch ein, dass es der ein oder anderen Lehrkraft sicherlich auch am Feingefühl fehle, wenn es darum geht, den Nutzen der geplanten Klassenfahrt aufzuzeigen. Ein “Wir machen das jetzt so und damit basta“ sei für viele Eltern verständlicherweise nicht sehr hilfreich.
An vielen Schulen gibt es Fördervereine, die finanzschwachen Familien in solchen Fällen unter die Arme greifen. Der Königsweg sei dies allerdings nicht, da dieses Geld dann an anderer Stelle fehle, wie ein Schuldirektor erklärt. Das Problem sei vielmehr, dass sich das Rad der Zeit nicht mehr zurückdrehen lasse und sich Lehrer, Eltern und auch Schüler zusammensetzen müssten, um nach Lösungen zu suchen, mit denen allen Beteiligten gedient ist.

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